6. Juni 2008


   



Dass viele Vögel weite Wege zwischen Brut- und Überwinterungsgebieten auf sich nehmen, ist weithin bekannt. Wussten Sie aber schon, dass es auch unter den Insekten wahre Langstrecken-Sportler gibt? Das bekannteste Beispiel für einen Wanderfalter ist in Amerika zu Hause: dort wandert der Monarchfalter (Danaus plexippus) jedes Jahr von seinen Überwinterungsgebieten in Florida und Mexiko im Sommer zum Teil bis nach Kanada.

Da in der Alten Welt mit der Sahara, dem Mittelmeer und den Alpen sämtliche Barrieren in Ost-West-Richtung verlaufen, stellt eine Wanderbewegung in Nord-Süd-Richtung eine große Herausforderung dar. Trotzdem gibt es auch bei uns innerhalb verschiedener Insektenordnungen Arten mit ausgeprägtem Wanderverhalten. So etwa der Admiral (Vanessa atalanta) und der nah verwandte Distelfalter (Vanessa cardui), die beide in den vergangenen Tagen auf Trischen beobachtet werden konnten.





  






Der Admiral (Vanessa atalanta): einer der bekanntesten Wanderfalter Europas







Anders als bei den Vögeln ist es bei den Insekten wegen ihrer kurzen Lebenserwartung jedoch die Ausnahme, wenn eine Generation den gesamten Zugweg von Süd nach Nord und zurück unternimmt. Vielmehr wandert im Herbst dann die neu geschlüpfte Sommergeneration in die ihnen bis dahin unbekannten Überwinterungsgebiete zurück. Dafür sind sie erstaunlich zielgerichtet, denn viele von ihnen verfügen über die Möglichkeit das Magnetfeld der Erde wahrzunehmen und können daher quasi per Kompass navigieren.













Sumpfschwebfliege (Helophilus pendulus)
sucht meinen Finger nach etwas Essbarem
ab. Da dort nicht viel zu holen war, be-
reitete ich ihr eine Honigwasser-Tränke.
Nach der klebrigen Mahlzeit war erst einmal Tarsen-Putzen angesagt. Anschließend konnte die Reise frisch gestärkt weitergehen.






Auch eine wandernde Schwebfliegenart machte gestern Rast auf Trischen. Die Sumpfschwebfliege trägt ihren Namen wohl deshalb, weil ihre Larven sich in feuchtem, nährstoffreichem Substrat entwickeln. Die Adulttiere sind in Europa weit verbreitete Blütenbesucher.

Das von mir beobachtete Exemplar ist vermutlich noch eher Richtung Norden unterwegs, aber bereits ab Juli kann an Alpenpässen eine Südwanderung dieser Schwebfliegenart festgestellt werden, so etwa am Col du Bretolet in den Walliser Alpen. An solchen Pässen konzentriert sich wegen der relativ energiegünstigen Möglichkeit der Alpenpassage das Zuggeschehen, weshalb an solchen Orten oftmals Forschungsstationen eingerichtet worden sind.





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