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1. August 2008
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Das Leben im
Überflutungsbereich der Nordsee verlangt den Lebewesen dort
einiges an Anpassungen ab, um mit den für Organismen
grundsätzlich
toxischen Salzkonzentrationen im Meer klar zu kommen. Die Pioniere, die
sich sogar ins Watt in den fast täglich überfluteten Bereich
des Wattenmeers wagen, sind Queller
und Schlickgras.
Früher war dieser Bereich allein dem einheimischen Queller
vorbehalten. Diese Pflanze macht ihrem Namen alle Ehre und quillt zu
einer dickfleischigen sukkulenten (wasserspeichernden) Pflanze heran.
Diese Wasseraufnahme
dient anders als bei sukkulenten Pflanzen in
ariden Gebieten nicht der 'Vorratshaltung' für trockene Zeiten,
sondern der Verdünnung der sonst für die Pflanze giftigen
Salze. Schließlich überschreitet die Salzkonzentration im
Herbst trotzdem ein für die Pflanze erträgliches Niveau:
sie stirbt ab und entlässt ihre Samen ins Meer.
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Konkurrenten der
Pionierzone in der unteren Salzwiese: der Queller (Salicornia europaea, vorne) und das Englische
Schlickgras (Spartina anglica,
im Hintergrund)
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Der
wissenschaftliche Name Spartina
anglica verrät schon die Herkunft des Schlickgrases. In den
20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts führte man diese robuste
Pflanze aus Großbritannien bei uns mit dem Ziel ein, dass diese
die Vorland-Aufschlickung positiv beeinflussen bzw. beschleunigen
könnte. Die Pflanze etablierte sich zwar erfolgreich an unseren
Küsten, allerdings bevorzugt in windgeschützten Buchten und
weniger in der Brandungszone, wofür man sie ursprünglich
vorgesehen hatte. Sie verdrängt heute vielerorts die
heimischen Pflanzen wie eben Queller oder Andel.
Das Schlickgras ist über verschiedene Anpassungen perfekt an
seinen salzigen und rauhen Lebensraum adaptiert. So verfügt die
Pflanze über einen an trockene Standorte angepassten Stoffwechsel
(C4-Pflanze), der ihr eine hohe Biomasseproduktion bei wenig
Wasseraufnahme erlaubt. Die derben Blätter und die in die
Blattoberfläche eingesenkten Spaltöffnungen verringern den
Wasserverlust zusätzlich. Trotzdem zuviel aufgenommenes Salz wird
über sehr effektive Salzdrüsen wieder ausgeschieden.
Silikateinlagerungen in den Blättern lassen diese auch bei einer
Sturmflut nicht abknicken und ein Aerenchym (Durchlüftungsgewebe)
versorgt die Wurzeln im
Schlick mit Sauerstoff.
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Herbstlich
gefärbter Queller und Schlickgras in der Nordostbucht Trischens
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Außer
dem Schlickgras finden sich heute im Wattenmeer viele Pflanzen und
Tiere, die hier nicht ursprünglich vorkamen, jedoch vom Menschen
ob bewusst oder unbewusst - etwa im Ballastwasser von Schiffen -
eingeführt wurden. Diese Neobiota können in Ökosystemen
erheblichen Schaden anrichten, indem sie heimische Arten
verdrängen und bis zum Aussterben bringen. Beispiele für
solche 'Neubürger' im Wattenmeer sind u.a. die Pazifische Auster,
die Amerikanische Schwertmuschel oder der Beerentang.
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