2. September 2008





Wenn man als Vogelwart barfuß über den Strand von Trischen läuft, sollte man zumindest mit einem Auge auch ein wenig den Boden vor sich im Blick haben. Denn der Strand oberhalb der Hochwasserlinie ist hier gespickt mit den Schalen v.a. der harten Sandklaffmuscheln. Oft liegen diese fußfreundlich mit der scharfen Kante nach unten auf dem Sand, jedoch muss man in letzter Zeit vermehrt mit miesen Attacken auf die Fußsohle rechnen:




  





Manchmal fragt man sich auf Trischen, wie sich die Schalen der Sandklaffmuscheln am Strand immer 'von alleine' umdrehen oder - noch barfuß-unfreundlicher - senkrecht aufstellen...






Des Rätsels Lösung ward bald identifiziert: Steinwälzer scheinen quasi an keinem von ihnen bewältigbaren Gegenstand in Spülsaumnähe vorbeilaufen zu können, ohne diesen vorher erst einmal umgedreht zu haben. Dies ist jedoch nicht eine seltsame Marotte dieser noch nicht einmal amselgroßen Vögel, sondern geschickte Methode der Nahrungssuche.

Anders als viele andere Schnepfenvögel hat der Steinwälzer nämlich keinen besonders langen Schnabel, so dass Nahrung, die tief im Wattboden verborgen lebt, für ihn unerreichbar bleibt. Damit hat der hinsichtlich Nahrung wenig spezialisierte Steinwälzer jedoch kein Problem. Wie sein Name schon andeutet, geht er den Dingen gerne auf den Grund. Auch am Strand verbirgt sich häufig im Schutz von Steinen, Muscheln, Tang oder anderem Treibsel allerlei Getier, v.a. sog. Gammariden (Flohkrebse). Durch Umdrehen dieser Gegenstände führt er die versteckt lebende Nahrung geschickt zu Tage und schnell seiner Verdauung zu.




  





... aber da kommt des Rätsels Lösung auch schon an: Steinwälzer wälzen eben nicht nur Steine, sondern drehen auf Nahrungssuche auch gerne Muscheln und Spülsaumgut auf links.





Wer diese sympathischen Vögel einmal bei der Nahrungssuche beobachtet hat, bei dem verfliegt der Gram über die geschundenen Füße im Nu. Man ist ja auch selbst Schuld, wenn man keine Schuhe anzieht...





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