Brutvögel 2009


Die Brutsaison 2009 verlief für viele Arten nicht sehr erfolgreich. Bereits in der Nacht zwischen dem 26. und 27. Mai lief das Hochwasser 80 Zentimeter höher als normal auf. Zu diesem Zeitpunkt waren die Rotschenkelküken bereits geschlüpft und einige fielen den Fluten zum Opfer. Die Küstenseeschwalben waren mitten beim Balzen, Brutplatz-Suchen und Nestmulden-Drehen und die Flussseeschwalben und Lachmöwen hatten bereits Eier gelegt.




Da Seeschwalben solange die Eier nicht gelegt sind, noch keine sehr starke Bindung an den Brutplatz haben, gaben die Küstenseeschwalben nach diesem ersten hohen Wasserstand erst einmal auf und ein ganzer Teil verschwand von der Insel. Nicht viel besser ging es bei den Flussseeschwalben weiter: kalte Tage mit viel Regen Anfang Juni machten hier die Brut zunichte und nach zwei hohen Wasserständen am 8. Juli gaben die Flussseeschwalben ihre bis dahin noch fleißig gehüteten Nachgelege auf. Nur eine kleine Erfolgsmeldung gab es dann doch noch: Mitte Juli konnte noch ein gerade flügges Brandseeschwalbenküken entdeckt werden, so dass immerhin hier ein Bruterfolg festzustellen war.

Die kalten, stürmischen Junitage setzten auch den Möwen zu, denn in diesem Zeitraum schlüpfte gerade der Großteil ihrer Küken. Eine vorläufige Abschätzung des Bruterfolgs bei Silber- und Heringsmöwen ergab, dass jedes Paar durchschnittlich nur 0,2 Küken aufziehen konnte.

Erfreulich sind dagegen die Entwicklungen bei Löfflern, Wanderfalken und Nonnengänsen, alles drei Arten, die noch nicht sehr lange auf Trischen brüten: die Anzahl der Löfflerbrutpaare stieg von 19 im Jahr 2008 auf dieses Jahr 25, das Wanderfalkenpaar zog erfolgreich vier Küken groß und die Nonnengänse konnten bereits am 27. Mai mit 19 Küken beobachtet werden. Sehr erfolgreich waren dieses Jahr wohl auch die Brandgänse, die sich Mitte Juli mit 93 Küken in der SO-Bucht aufhielten, denn letztes Jahr konnten nur 15 Küken entdeckt werden.

Im folgenden sind alle Brutvögel diesen Jahres tabellarisch aufgeführt, dazu die Anzahl der Brutpaare und die Angabe, seit wann die Art auf Trischen vorkommt. Einzelne Arten sind allerdings nicht durchgängig auf Trischen als Brutvögel beobachtet worden, so z.B. die Brandseeschwalbe, die seit einigen Jahren nur noch sporadisch auf Trischen brütet.





  Deutscher Name Wissenschaftl. Name Paare
Brutvogel seit
Kormoran Phalacrocorax carbo min. 313
1997
Löffler Platalea leucorodia 25
2002
Nonnengans Branta leucopsis 5
2002
Brandgans Tadorna tadorna 69
1914
Stockente Anas platyrhynchos 11
1914
Wanderfalke Falco peregrinus 1
1999
Wasserralle Rallus aquaticus 1 1993
Austernfischer Haematopus ostralegus 173
1910
Sandregenpfeifer Charadrius hiaticula 3
1993
Rotschenkel Tringa totanus 34
1910
Lachmöwe Larus ridibundus 584
1940
Sturmmöwe Larus canus 70
1938
Heringsmöwe Larus fuscus 1156
1968
Silbermöwe Larus argentatus 2037
1910
Mantelmöwe Larus marinus 2
1988
Flussseeschwalbe Sterna paradisaea 53
1910
Küstenseeschwalbe Sterna hirundo 29
1910
Zwergseeschwalbe Sterna albifrons 3
1910
Brandseeschwalbe Sterna sandvicensis 3 1955
Feldlerche Alauda arvensis 1
1910
Bachstelze Motacilla alba 2
1911
Wiesenpieper Anthus pratensis 12
1910
Stand 05.09.09




Brutvögel 2005