Vogel des Monats - März 2009

Die Rotdrossel
(Turdus iliacus)

Bei meiner Ankunft auf der Insel erspähte ich beinahe als erstes ein paar Rotdrosseln im Singvogel-Lockgebüsch. Auch in den Tagen danach hüpften sie immerwieder durch die Zweige.
Die Rotdrossel ist die kleinste europäische Art aus der Turdus-Gattung und nur als Durchzügler in Mitteleuropa zu beobachten. Denn brüten tut diese Art in nordeuropäischen Nadelwäldern, aber auch in alpiner gelegenen Gebieten wie dem Fjällbirkenwald oder sogar der Zwergstrauchzone. Deshalb wird sie wohl auch kaum länger als bis in den April hinein hier auf Trischen zu beobachten sein.


Rotdrossel

Rotdrossel im Singvogel-Lockgebüsch

Ihren deutschen Namen verdankt die Rotdrossel den rostroten Flanken und Unterflügeldecken. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal zur Singdrossel ist der helle Überaugenstreif. Zur Zugzeit macht sie mit einem rauhen "zjieh" auf sich aufmerksam.

Als Nahrung dienen hauptsächlich Insekten, aber im Winter werden gern auch Früchte und Beeren verspeist. Diese suchen die Rotdrosseln auf Trischen jedoch vergeblich, denn das Singvogel-Lockgebüsch ist nur aus Spülsaumfunden zusammengesteckt. Lebende Büsche oder sogar Bäume gibt es wegen der regelmäßigen Überflutungen auf der ganzen Insel nicht.


Berghänflinge

Berghänflinge (Carduelis flavirostris)

Als weitere Wintergäste beherbergt Trischen gerade einen munteren Trupp Berghänflinge, die metallisch "tjep-ep-ep" rufend über die Insel streifen, immer auf der Suche nach Samen, denn im Gegensatz zu den Drosseln sind die Berghänflinge Körnerfresser. Das sieht man auch deutlich am Schnabel, der ganz anders geformt ist als ein Drosselschnabel, viel kräftiger und gedrungener. Besonders begehrt auf Trischen: die abgestorbenen Blütentriebe der Nachtkerzen, denn in den Kapseln verbergen sich große Mengen Samen aus dem letzten Jahr.


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