Vogel des Monats - September 2009

Der Sanderling
(Calidris alba)

Kaum waren die Sanderlinge Anfang Juni weggezogen, kamen die ersten Anfang Juli schon wieder zurück und jetzt im September flitzen schon wieder so viele Sanderlinge am Strand herum, dass es eine wahre Freude ist. Denn Sanderlinge sind wirklich freundliche Gesellen und bieten dem Beobachterauge immer was zu sehen.


Sanderling

Ein Sanderling hat keine Hinterzehe - die braucht er nicht, um über den Sand zu laufen

So schnell sie ihre Beine tragen können, laufen Sanderlinge im Spülsaum am Strand herum und picken, was das Zeug hält. Dabei verschwimmen für den Beobachter nicht nur die Beinbewegungen zu einem schwarzen Wirbel, sondern auch das Picken erfolgt mit so hoher Frequenz, dass kaum zu erkennen ist, was da eigentlich gefressen wird. Dieses Tempo hat dem Sanderling auf Plattdeutsch auch den Namen "Keen Tied", also "Keine Zeit" eingebracht.

Zum Brüten ziehen sich die Sanderlinge in die Hocharktis zurück, zum Überwintern nach Westafrika, somit gehören Sanderlinge also zu den Weitziehern. Genaue Informationen zu Zugwegen hat man aber noch nicht sammeln können, weshalb es seit einigen Jahren ein Sanderling-Beringungsprogramm gibt, wo Sanderlinge mit Farbringen individuell markiert werden. Inzwischen ist beinahe jeder 100. Vogel, der im Wattenmeer auftaucht beringt, sodass es sich lohnen kann, den Sanderlingen auf die wirbelnden Beine zu schauen. Allerdings ist die korrekte Ablesung so eines Farbcodes nicht ganz einfach, denn wer weiß schon so genau, wo oben und unten und rechts und links bei diesen Vögeln ist.


Sanderlinge und Sandregenpfeifer

Verschnaufpause im Schutze des Schlickgras' - eigentlich eher untypisch für Sanderlinge sich im Watt aufzuhalten und dann auch noch still zu stehen

Sanderlinge fallen im Schlichtkleid häufig auf, weil sie sehr hell und grau wirken. Momentan sind aber viele Sanderlinge noch in einem Mauserstadium zwischen dem Prachtkleid, das sie ein wenig scheckig werden lässt, und dem Schlichtkleid und haben zum Teil sogar noch den Kopf und die Brust rostrot gefärbt.
Hier auf Trischen sind sie häufig mit den fast gleich großen Alpenstrandläufern und Sandregenpfeifern vergesellschaftet. Sie fallen aber meistens deutlich auf, weil die Alpenstrandläufer und Sandregenpfeifer das Hochwasser am Strand sitzend verschlafen, während die Sanderlinge geschäftig an den Wellen entlang laufen, immer auf der Suche nach Nahrung.

Sanderling im Flutsaum

Dieser Anblick ist da schon vertrauter: ein Sanderling im Flutsaum
Zurück zu Vogel des Monats