Die Vogelwartin 2010



Judith Kronberg



Moin,





mein Name ist Judith Kronberg, ich bin 26 Jahre alt und werde diese Saison die Insel Trischen betreuen.

  


Die NABU-Vogelwartin Judith Kronberg



Schon als Kind nahm mich die Natur in ihren Bann und so zog ich das Spielen draußen dem warmen Kinderzimmer vor. Während meiner Grundschulzeit entdeckte ich die Vogelwelt und beobachtete die Vögel im Garten. Damals dachte ich noch nicht, dieses Hobby später zum Beruf machen zu können. So lief die Vogelbeobachtung mehr oder weniger aktiv nebenher, bis ich sie während meines Studiums zur Diplom-Geographin wieder entdeckte. Als angehende Geographin kam ich viel rum und so „verschlug“ mich mein erstes Praktikum auf die Hallig Langeneß, wo ich zum ersten Mal Kontakt zum Wattenmeer mit Salzwiesen, Schlick und Watvögeln hatte. Seitdem ließ mich das Wattenmeer nicht mehr los. Daraufhin schrieb ich auch meine Diplomarbeit an der Schleswig-Holsteinischen Wattenmeerküste, auf der Hamburger Hallig. Nach meinem Studium nahm ich die erstbeste Gelegenheit wahr, um mich wieder dem Wattenmeer widmen zu können. So leistete ich mehrere Monate auf Mellum, der Niedersächsischen Vogelinsel, Naturschutzarbeit. Dort lernte ich das einsame Inselleben so richtig kennen. Dennoch war es dort nicht ganz so einsam wie auf Trischen – wir waren mindestens zu zweit!





Und was macht nun eine Geographin auf Trischen? Die meisten Menschen assoziieren wohl mit Geographen eine Kartierungs- oder Vermessungstätigkeit. Das ist nur ein kleiner Bruchteil dessen, was Geographen tatsächlich tun, doch ist genau das ein Bestandteil meiner Aufgaben auf der Insel. Einen sehr wichtigen Part nimmt die Brutvogelkartierung ein. Trischen genießt schon eine lange Tradition des Naturschutzes (siehe 100 Jahre Naturschutz), wodurch die erhobenen Arten und Zahlen eine gute Vergleichbarkeit bieten. Des Weiteren werde ich den Inselumriss aufnehmen, da Trischen durch seine natürliche Dynamik jedes Jahr ein Stück nach Osten wandert. Außerdem finden alljährlich Vegetationskartierungen statt. Mit den „typischen Geographenaufgaben“ bin ich also gut versorgt. Darüber hinaus werde ich regelmäßig die Rastvögel erfassen, Störungen verhindern bzw. erfassen, die Sedimentation bzw. Erosion messen  und die Zahl der auf und um die Insel vorkommenden Meeressäuger aufnehmen. Überdies gehört Pressearbeit zu meinen Aufgaben, wie das regelmäßige Aktualisieren dieser Homepage und Geben von Interviews für Zeitung und Radio. Am Ende der Saison werde ich einen Betreuungsbericht schreiben. Obwohl ich auf der einsamen Insel alleine bin, wird mir ob der Fülle an Aufgaben ganz sicher nicht langweilig.





Doch nun blicke ich mit Spannung und Freude der Trischen-Saison entgegen und hoffe, Ihnen und Euch über diese Homepage Einblicke in meine Inselerlebnisse geben zu können.