Vogel des Monats - April 2011

Der Rotschenkel
(
Tringa totanus)

Rotschenkel

Der Rotschenkel (Tringa totanus): Ein schlanker, brauner Schnepfenvogel mit namensgebenden roten Beinen und mittellangem roten Schnabel mit dunkler Spitze.

Am 19. März vernahm ich den charakteristischen Ruf des Rotschenkels zum ersten Mal in diesem Jahr auf Trischen: "tjü-hü". Entdecken konnte ich diesen stimmfreudigen Vogel, der im Plattdeutschen auch "Tüter" genannt wird, da aber noch nicht. Denn mit seinem bräunlich gefärbten Gefieder ist er nur schwer in der noch trostlosen Salzwiesenlandschaft zu entdecken:


Rotschenkel

Gut getarnt und stets wachsam: der Rotschenkel.

Dann aber ging es schnell: Am 22. März entdeckte ich 4 Rotschenkel im Watt nach Nahrung suchen, einen Tag später waren es bereits 6 Individuen und am 26. März ließen sich 26 Rotschenkel bei Hochwasser in der Südostbucht der Insel beobachten. Mittlerweile sind es rund 50 Vögel, von denen einige auch damit begonnen haben, ihre Reviere durch beeindruckende Flugmanöver und stimmfreudiges Rufen zu markieren. Dabei sind es die Flächen mit bodendeckender Vegetation, die der Rotschenkel bevorzugt. Sie bieten meist ausreichend Schutz vor den hungrigen Großmöwen.


Das Nest des Rotschenkels besteht aus einer kleinen Mulde am Boden. Ab Mitte April beginnt das Weibchen mit der Ablage von 3 bis 5 Eiern, die von beiden Partnern bebrütet werden. Die geschlüpften Küken sind wie bei den meisten Watvögeln Nestflüchter und werden von den Alttieren in geschützte Schlickflächen zur Nahrungssuche geführt. Hier findet sie auch ihre bevorzugte Nahrung, die aus Kleintieren wie Seeringelwürmern, Krebs- und Schneckentieren besteht. Mit dem Schnabel stochert der Rotschenkel dabei im flachen Wasser oder nutzt diesen, um das Wasser durchzupflügen.

Brutpaare des Rotschenkels

Weitgehend stabil: Die Anzahl der Rotschenkel-Brutpaare auf Trischen. Der scheinbar starke Rückgang seit 2002 ist auf eine veränderte methodische Erfassung zurückzuführen.

Auch in anderen Küstenbereichen sind die Bestandsentwicklung des Rotschenkels meist auf niedrigem Niveau stabil. In letzter Zeit profitierte der Rotschenkel dabei vor allem durch die Aufgabe der Vorlandsbeweidung. Im Binnenland sind die Bestände des Rotschenkels dagegen stark zurückgegangen: die Intensivierung der Landwirtschaft, die Entwässerung von Feuchtgebieten und Grünlandumbruch führ(t)en zu einem dramatischen Lebensraumverlust. Notwendige Schutzmaßnahmen, von denen nicht alleine der Rotschenkel profitiert, sind deshalb die Wiedervernässung von Brutbiotopen, die Extensivierung der Landwirtschaft und die Renaturierung geeigneter Lebensräume.


Zurück zur Übersicht