dat Rießig
Viele Ortsnamen haben eine lange Geschichte, in deren Verlauf sich die ursprüngliche Bezeichnung so veränderte, daß sie heutzutage nicht eben klar ersichtlich ist. So ist es auch mit der Bezeichnung der Insel Trischen. Was bedeuet dieses Trischen denn nun? Peter Todt hat in seiner Chronik der Inselgeschichte sehr gut die Namensgebung nachvollzogen. Folgende Angaben entnahm er aus alten See- und anderen Karten
 
Jahr Autor Bezeichnung
1705 Guitet Den Busch
1721 ? Busch oder das Rischensand
1752 Severin Trieshen, Rießgen Sand
1762 holl. Seekarte dat Rießig
1768 Wattkarte Triejen
1775 Wohlers Dat Rißy und östlich Busch
1791 Mensing Trießen
1792 Moore Triessen
1795 Heather Tuesjen (engl. Seekarte)
1825 Schubak Rießen
1827 Norie Riessen
1845 Geerz Riesen oder Trischen
1846 Ebel Riesen Sand
1878 DHJ Trieschen
ab etwa 1920 setzte sich die heutige Schreibweise "Trischen" endgültig durch
Die Bezeichnung Trischen scheint dem Holländischen entlehnt: "dat Rießig" steht für Reetbewuchs oder buschähnlichen Wuchs. Im üblichen Sprachgebrauch wurde das "dat" auf ein "t" reduziert, aus dem Rießig wurde ein Rieschen. Im Laufe der Zeit wurde aus den ursprünglich zwei Worten letztendlich eines: Trischen. Dieser Wandel ist evtl. dem Übertrag des Namen in deutsche Karten nach der Ausprache der einheimischen Bevölkerung zuzuschreiben.
Schon um 1700 wurde ein erster Bewuchs der hohen Sandbank bemerkt. Seefahrer werden davon berichtet und den Begriff Busch geprägt haben. Als eine der ersten Pflanzen kommt die Portulak-Keilmelde in Frage, die als kleines buschähnliches Gewächs gut zum alten Inselnamen passt.